schatzwechsel: definition, rendite, risiko und wie man investiert
Table of Contents
- Was sind Schatzwechsel? Definition und Einordnung
- So funktionieren Schatzwechsel: Diskont, Laufzeit, Rückzahlung
- Emission und Handel: Primärmarkt, Bundesbank-Auktionen, Sekundärmarkt
- Rendite von Schatzwechseln verstehen: Preisbildung, Zinsumfeld, €STR
- Risiken und Sicherheit: Bonität, Liquidität, Wiederanlagerisiko
- Schatzwechsel im Vergleich: Bundesanleihen, Geldmarktfonds, Tagesgeld
- Zugang für Anleger: So kaufst du Schatzwechsel in Deutschland und der EU
- Steuerliche Behandlung von Schatzwechseln in Deutschland
- Strategien mit Schatzwechseln: Cash-Management, Laddering, Barbell
- Internationale Perspektive: T‑Bills, BOT, OeBFA – was unterscheidet sie?
- Makro und Portfolio-Kontext: Warum Schatzwechsel 2024/2025 wieder attraktiv sind
Was sind Schatzwechsel? Definition und Einordnung
Schatzwechsel sind kurzlaufende Staatspapiere, die zu einem Abschlag (Diskont) emittiert und am Ende der Laufzeit zum Nennwert zurückgezahlt werden. Sie zählen zu den sichersten Geldmarktinstrumenten, da die Rückzahlung durch die jeweilige Staatskasse (Schatz) besichert ist. In Deutschland werden sie häufig mit Treasury Bills (T‑Bills) verglichen, in Österreich spricht man ebenfalls von Schatzwechseln, in Italien von BOT, in Frankreich von BTF. Typische Laufzeiten liegen zwischen 1 und 12 Monaten, womit sie direkt am Puls des Geldmarktzinses (€STR, EONIA‑Nachfolger) schlagen.
Für Anleger erfüllen Schatzwechsel zwei Rollen: Sie dienen als parktischer Cash‑Ersatz mit planbarer Fälligkeit und als taktisches Instrument, um Zinsniveaus kurzfristig abzugreifen. Institutionelle Investoren nutzen sie zudem als hochwertiges Sicherheiten‑Asset im Repo‑Markt. Für Privatanleger sind sie ein Baustein, um Liquidität verzinst und weitgehend risikoarm zu parken.
So funktionieren Schatzwechsel: Diskont, Laufzeit, Rückzahlung
Statt laufender Kupons wird der Zins bei Schatzwechseln implizit über den Kaufpreis realisiert: Der Investor erwirbt das Papier unter Nennwert, etwa zu 98,50, und erhält bei Fälligkeit 100,00 zurück. Die Differenz entspricht der Rendite für die Haltedauer. Dadurch ist die Ertragsstruktur sehr transparent und zinsänderungssensitiv nur über die kurze Restlaufzeit.
Die Preisbildung hängt von der gewünschten Laufzeit, der erwarteten Entwicklung der Geldmarktzinsen und der Bonität des Emittenten ab. Je höher der Marktzins, desto tiefer der Emissionspreis (größerer Diskont). Die Rückzahlung erfolgt üblicherweise in einer Summe am Fälligkeitstag; es gibt keine Zwischenzahlungen oder vorzeitigen Kündigungsrechte seitens des Emittenten oder Investors.

Weil die Duration extrem kurz ist, reagieren Schatzwechsel kaum auf Zinsvolatilität, was sie zu einem stabilen Portfoliobaustein macht. Gleichzeitig müssen Anleger das Wiederanlagerisiko beachten: Fällt das Zinsniveau bis zur Fälligkeit, lässt sich der Rückfluss möglicherweise nur zu schlechteren Konditionen reinvestieren.
Emission und Handel: Primärmarkt, Bundesbank-Auktionen, Sekundärmarkt
Schatzwechsel werden meist im Auktionsverfahren über das nationale Schuldenmanagement emittiert. In Deutschland tritt die Deutsche Finanzagentur auf, die Abwicklung läuft operativ über die Deutsche Bundesbank. Im Primärmarkt sind vor allem Bietergruppen (Primärhändler) zugelassen; Privatanleger erwerben die Papiere typischerweise über Banken oder Broker im Sekundärmarkt.
Die Liquidität ist im oberen Marktsegment hoch, Spreads sind in Normalzeiten eng. Stückelungen beginnen häufig bei 1.000 oder 10.000 Einheiten Nennwert, was sie auch für vermögende Privatanleger zugänglich macht. Handelbar sind Schatzwechsel außerbörslich (OTC) und teils an Plattformen, wobei OTC‑Quotes den Markt dominieren. Settlement erfolgt T+2 oder T+1, je nach Marktusance.
Für die Preisfindung maßgeblich sind Nachfrage im Auktionsbuch, kurzfristige Refinanzierungsbedürfnisse von Banken, sowie Zentralbankoperationen. In Stressphasen fungieren Schatzwechsel als Safe‑Haven, wodurch Renditen temporär deutlich fallen können.
Rendite von Schatzwechseln verstehen: Preisbildung, Zinsumfeld, €STR
Die Rendite eines Schatzwechsels reflektiert vor allem das aktuelle und erwartete Niveau der Geldmarktsätze. In der Eurozone ist der €STR die zentrale Referenzgröße; Auktionsergebnisse tendieren dazu, nahe am erwarteten durchschnittlichen €STR über die Laufzeit zu liegen, zuzüglich eines geringen Emittenten- und Liquiditätsaufschlags (bei Top‑Bonität oft nahe null).
Ein vereinfachtes Renditeverständnis: Je kürzer die Restlaufzeit, desto stärker dominiert der aktuelle Tageszins. Bei 12‑Monats‑Schatzwechseln fließen Zinskurvenerwartungen stärker ein. Sinkt das Zinsniveau, steigen die Preise (kleinerer Diskont) im Sekundärmarkt; steigt es, fallen die Preise. Weil Kupons fehlen, ist die Bruttorendite leicht kalkulierbar und die Realisierung (bei Halten bis Fälligkeit) sehr robust.
Für taktische Anleger sind Roll‑Down‑Effekte und Auktionstermine relevant: Kurz vor Fälligkeit konvergiert der Preis gegen 100. Zudem können Neuemissionen manchmal leicht attraktivere Preise bieten als sehr kurzlaufende Altserien, je nach Orderbuch.
Risiken und Sicherheit: Bonität, Liquidität, Wiederanlagerisiko
Schatzwechsel gelten in entwickelten Volkswirtschaften als nahe risikofrei bezüglich Ausfall, da sie durch Staaten mit hoher Bonität emittiert werden. Dennoch bestehen spezifische Risiken: Reinvestitionsrisiko, Opportunitätskosten bei Zinsanstieg bis zur Fälligkeit, sowie in Ausnahmefällen Marktliquiditätsrisiko (z. B. in akuten Stressphasen). Währungsrisiko entsteht nur, wenn außerhalb der Heimatwährung investiert wird.
- Bonitätsrisiko: In AAA‑Ländern sehr gering, aber nie absolut null.
- Liquiditätsrisiko: Meist niedrig, Spreads können in Krisen anspringen.
- Zins-/Reinvestitionsrisiko: Nach Fälligkeit kann der Ertrag sinken, wenn Zinsen fallen.
- Operationelles Risiko: Abwicklung, Verwahrung, Mindeststückelungen, Gebühren.
Für kurzfristige Cash‑Allokationen sind Schatzwechsel dennoch ein Kernbaustein, weil sie hohe Transparenz, planbare Fälligkeiten und eine enge Kopplung an den Geldmarktzins bieten.
Schatzwechsel im Vergleich: Bundesanleihen, Geldmarktfonds, Tagesgeld
Ob sich ein Schatzwechsel lohnt, zeigt der Blick auf Rendite, Risiko und Flexibilität im Vergleich zu Alternativen wie Bundesanleihen, Geldmarktfonds oder Tagesgeld. Die folgende Tabelle fasst Kernmerkmale zusammen:
| Merkmal | Schatzwechsel | Bundesanleihen (kurz) | Geldmarktfonds (EUR) | Tages-/Festgeld |
|---|---|---|---|---|
| Laufzeit | 1–12 Monate | 2–5 Jahre (kurz) | Variabel, sehr kurz | Tage bis Jahre |
| Rendite-Treiber | €STR, Auktionen | Zinskurve, Duration | €STR abzüglich Kosten | Bankkonditionen |
| Zinsänderungsrisiko | Sehr gering | Moderate Duration | Gering | Gering |
| Liquidität | Hoch (OTC) | Hoch | Sehr hoch (täglich) | Abhängig von Bank |
| Transparenz | Sehr hoch | Hoch | Mittel (Portfolios) | Hoch |
| Emittentenrisiko | Staat (hochwertig) | Staat | Portfolio‑Emittenten | Bank |
| Kosten | Niedrig (Spread) | Niedrig | Mgmt‑Fee | Kein direkter Fee |
Ein zweiter Blick lohnt auf internationale Variationen. Unterschiede bei Stückelungen, Auktionskalendern und Steuern können die Netto‑Rendite beeinflussen:
| Land | Instrument | Typische Laufzeiten | Primärzugang |
|---|---|---|---|
| Deutschland | Schatzwechsel | 3–12 Monate | Primärhändler, Sekundärmarkt für Retail |
| Österreich | Schatzwechsel | 3–12 Monate | OeBFA-Auktionen, Sekundärmarkt |
| USA | T‑Bills | 4–52 Wochen | TreasuryDirect, Primary Dealers |
| Italien | BOT | 3–12 Monate | MEF/Bankitalia-Auktionen |
Zugang für Anleger: So kaufst du Schatzwechsel in Deutschland und der EU
Privatanleger erwerben Schatzwechsel in der Regel über ihre Bank oder einen Broker, der Zugang zu Euro‑Geldmarktpapieren bietet. Manche Neo‑Broker fokussieren auf ETFs und Aktien; hier sind Full‑Service‑Broker oder Direktbanken mit Anleihehandel im Vorteil. Gebühren bestehen aus Spreads und ggf. Transaktionskosten.
- Konto/Depot wählen: Broker mit Anleihe‑OTC‑Zugang und EUR‑Geldmarktfokus.
- ISIN finden: Über Emittentenwebseiten, Börsendatenbanken oder Broker‑Suche.
- Kurs anfragen: OTC‑Quote oder Börsenplatz wählen; Stückelung und Valuta prüfen.
- Order platzieren: Limit orientiert am Renditewunsch/Nettopreis (Clean Price = Diskontpreis).
- Halten bis Fälligkeit: Rückzahlung zu 100; Wiederanlage je nach Zinslage.
Alternativ können Anleger Geldmarktfonds auf Staatswechsel (Treasury‑only) nutzen, wenn direkter Kauf nicht praktikabel ist. Diese Fonds streuen über Laufzeiten und Emittenten, weisen jedoch Managementgebühren auf, die die Rendite mindern können.
Steuerliche Behandlung von Schatzwechseln in Deutschland
In Deutschland unterliegen Erträge aus Schatzwechseln der Abgeltungsteuer von 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer. Da es sich um Diskontpapiere handelt, werden die Kursgewinne bei Fälligkeit wie Zinserträge behandelt. Der Sparer‑Pauschbetrag kann gegengerechnet werden, sofern noch nicht ausgeschöpft.
Wird das Papier vor Fälligkeit verkauft, gelten realisierte Gewinne als Kapitaleinkünfte; Verluste können mit anderen positiven Kapitaleinkünften verrechnet werden. Wichtig ist die saubere steuerliche Verbuchung durch das depotführende Institut. Bei ausländischen Schatzwechseln (z. B. US‑T‑Bills) sind Quellensteuerregeln des Emittentenlandes sowie Währungsgewinne/-verluste zu beachten; oft sind T‑Bills für Ausländer quellensteuerfrei, die in Deutschland dann der Abgeltungsteuer unterliegen.
Österreich hat ein ähnliches Regime mit Kapitalertragsteuer (KESt); Details hängen von Depotstandort und Emittentenland ab. Im Zweifel sollte steuerlicher Rat eingeholt werden, insbesondere bei grenzüberschreitenden Investments.
Strategien mit Schatzwechseln: Cash-Management, Laddering, Barbell
Mit Schatzwechseln lassen sich flexible Liquiditätsstrategien umsetzen. Unternehmen nutzen sie für Cash‑Parks, Privatanleger zur taktischen Zinsabholung oder als Dry Powder für Opportunitäten am Risikoasset‑Markt. Drei Ansätze haben sich bewährt:

Erstens Laddering: Verteilung des Kapitals auf gestaffelte Fälligkeiten (z. B. 3, 6, 9, 12 Monate). Das reduziert Reinvestitionscluster und ermöglicht, kontinuierlich zum dann gültigen Zinsniveau anzulegen. Zweitens Barbell: Kombination sehr kurzer Schatzwechsel (hohe Liquidität) mit länger laufenden, aber immer noch sicheren Anleihen, um Rendite und Flexibilität auszubalancieren. Drittens Opportunistische Teilnahme an Auktionen: Hier lassen sich teils attraktive Preise sichern, wenn die Nachfrage temporär schwankt.
Auch im Krypto‑Kontext sind Schatzwechsel relevant: Sie dienen als Benchmark für die risikofreie Rendite, an der sich On‑Chain Geldmarktfonds‑Token, Stablecoin‑Yields oder RWAs (Real‑World Assets) oft messen. Wer Krypto‑Erträge mit Staatswechseln absichert, erhält eine planbare Basisrendite, während Marktchancen selektiv genutzt werden.
Internationale Perspektive: T‑Bills, BOT, OeBFA – was unterscheidet sie?
Obwohl die Funktionslogik gleich ist, unterscheiden sich Schatzwechsel je nach Land in Details. US‑T‑Bills werden wöchentlich in mehreren Laufzeiten emittiert und sind über TreasuryDirect auch für Retail leicht zugänglich. Italienische BOT sind für höhere Renditen bekannt, reflektieren aber die länderspezifische Risikoprämie. Österreich emittiert über die OeBFA mit ähnlichen Standards wie Deutschland, typischerweise sehr hoher Bonität und knappen Spreads.
Wesentliche Differenzen liegen in Auktionsterminen, Mindeststückelungen, Steuerformalitäten und Settlement‑Standards. Zudem variiert die Kopplung an lokale Referenzsätze; in der Eurozone dominiert €STR, in den USA SOFR als Geldmarktanker. Wechselkursrisiken entstehen beim Kauf außerhalb der Heimatwährung; wer das vermeiden will, bleibt bei EUR‑Schatzwechseln.
Für globale Portfolios bieten Suchstrategien nach relativer Wertigkeit (relative value) Chancen: Temporär können Renditeaufschläge einzelner Länder attraktiv sein, wenn regulatorische Nachfrage oder technische Faktoren (z. B. Collateral‑Knappheit) die Preise verzerren.
Makro und Portfolio-Kontext: Warum Schatzwechsel 2024/2025 wieder attraktiv sind
Nach Jahren ultraniedriger Zinsen liefern Schatzwechsel wieder spürbare Geldmarktrenditen – bei minimaler Zinsbindungsdauer. Zentralbanken haben die Leitzinsen zur Inflationsbekämpfung erhöht, wodurch €STR und damit die Renditen von Schatzwechseln deutlich gestiegen sind. Selbst bei erwarteten Zinssenkungen bleiben die Papiere interessant: Anleger können das aktuelle Niveau sichern und bei jeder Fälligkeit dynamisch nachjustieren.
Im Portfolio erhöhen Schatzwechsel die Resilienz: Sie puffern Volatilität von Risikoanlagen, schaffen Liquiditätsreserven und dienen als Benchmark für opportunistische Allokation. Für Krypto‑Investoren definieren sie den risikofreien Vergleichszins, an dem Staking‑, Lending‑ oder RWA‑Yields gemessen werden. Wenn On‑Chain‑Renditen unter das Schatzwechsel‑Niveau fallen, spricht vieles für eine temporäre Umschichtung in Staatswechsel mit klarer Fälligkeit.
Strategisch sinnvoll ist ein gestaffelter Aufbau entlang der Auktionstermine, kombiniert mit disziplinierter Wiederanlage. So bleibt das Portfolio nahe am Geldmarktzins verankert, ohne unnötige Durationsrisiken einzugehen.
Zusammengefasst: Schatzwechsel verbinden Sicherheit, Einfachheit und attraktive, geldmarktorientierte Renditen – ein zeitgemäßer Kernbaustein für Cash‑Management und taktische Allokation.
FAQ
Was sind Schatzwechsel?
Schatzwechsel sind kurzlaufende, zinslose Staatspapiere (Zero-Coupon, Diskontpapiere), die unter Nennwert emittiert und zum Nennwert zurückgezahlt werden. Sie dienen der kurzfristigen Finanzierung des Staates und gelten im Geldmarkt als sehr sichere, liquide Anlage.
Wie funktionieren Schatzwechsel genau?
Anleger kaufen Schatzwechsel mit Abschlag (Disagio) auf den Nennwert. Am Fälligkeitstag zahlt der Emittent den vollen Nennwert zurück; die Differenz entspricht der Rendite. Es gibt keine laufenden Kuponzahlungen.
Welche typischen Laufzeiten haben Schatzwechsel?
Üblich sind sehr kurze Laufzeiten von wenigen Wochen bis zu 12 Monaten. In der Eurozone werden häufig 3-, 6- oder 12-monatige Tranchen begeben.
Wer emittiert Schatzwechsel in Deutschland und der Eurozone?
In Deutschland organisiert die Deutsche Finanzagentur die Emission von Bundes-Schatzwechseln (oft als Bubills bezeichnet) über Auktionen der Bietergruppe Bund. In der Eurozone geben viele Staaten vergleichbare Treasury Bills aus.
Wie kann ich als Privatanleger Schatzwechsel kaufen?
Privatanleger erwerben Schatzwechsel meist über Banken oder Broker am Sekundärmarkt. Der Primärmarkt ist vorrangig institutionellen Bietern vorbehalten; über Broker sind jedoch oft kleinere Stückelungen handelbar.
Wie wird die Rendite von Schatzwechseln berechnet?
Die Rendite ergibt sich aus dem Verhältnis von Rückzahlungsbetrag (Nennwert) zum Kaufpreis über die Restlaufzeit. Gebräuchlich sind Diskontsatz, Geldmarktrendite (act/360) und effektive Jahresrendite; für Privatanleger ist die Effektivverzinsung bis Fälligkeit am aussagekräftigsten.
Welche Risiken bestehen bei Schatzwechseln?
Hauptsächlich Zinsänderungs-, Reinvestitions- und Inflationsrisiko. Das Ausfallrisiko gilt bei erstklassigen Emittenten wie dem Bund als sehr gering, Liquiditätsrisiko ist im Normalfall niedrig, kann aber in Stressphasen steigen.
Wie liquide sind Schatzwechsel im Handel?
Schatzwechsel gelten als hochliquide Geldmarktinstrumente mit engen Geld/Brief-Spannen. Die Liquidität ist in Kernwährungen und für große Emissionen am höchsten; kurz vor Fälligkeit nimmt sie oft weiter zu.
Wie beeinflussen Leitzinsen die Rendite von Schatzwechseln?
Renditen von Schatzwechseln folgen eng den kurzfristigen Referenzsätzen (z. B. EZB-Einlagensatz, €STR). Zinserhöhungen der Notenbank heben typischerweise die Renditen neuer Emissionen und umgekehrt.
Wie werden Schatzwechsel in Deutschland besteuert?
Die Differenz zwischen Rückzahlungsbetrag und Anschaffungskosten gilt als Kapitalertrag und unterliegt der Abgeltungsteuer (zzgl. Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer). Es fallen keine Stückzinsen an; die Besteuerung erfolgt bei Verkauf oder Fälligkeit.
Welche Rolle spielen Nennwert und Kaufkurs?
Der Nennwert ist der Rückzahlungsbetrag am Ende der Laufzeit. Der Kaufkurs liegt darunter; je größer der Abschlag, desto höher die Rendite über die Restlaufzeit.
Kann ich Schatzwechsel vorzeitig verkaufen?
Ja, sie sind börslich oder außerbörslich handelbar. Der Verkaufspreis hängt vom aktuellen Marktzins und der Restlaufzeit ab; vor Fälligkeit kann er leicht über oder unter dem ursprünglichen Kaufkurs liegen.
Welche Kosten fallen beim Kauf von Schatzwechseln an?
Es können Transaktionsgebühren des Brokers und Geld/Brief-Spreads anfallen. Auf dem Primärmarkt sind für Privatanleger kaum direkte Zugänge vorhanden; im Sekundärmarkt variieren die Kosten je nach Handelsplatz und Volumen.
Wofür eignen sich Schatzwechsel im Portfolio?
Für kurzfristiges Cash-Management, als parknahes, bonitätsstarkes Investment und zur Reduktion der Zinsbindungsdauer. Sie können auch als Baustein in einer Leiterstrategie (Ladder) dienen.
Gibt es eine ISIN und wie finde ich konkrete Emissionen?
Jede Emission hat eine eigene ISIN/WKN. Details zu Terminen, Stückelung und Auktionen veröffentlicht die Deutsche Finanzagentur; Broker und Datenanbieter zeigen handelbare Serien samt Kursen und Renditen.
Wie unterscheiden sich Schatzwechsel von Bundesanleihen?
Schatzwechsel sind kurzfristige Zero-Coupon-Papiere, Bundesanleihen sind mittel- bis langfristige Kuponanleihen. Bundesanleihen tragen höheres Zinsänderungsrisiko (Duration), zahlen laufende Zinsen und reagieren stärker auf Zinstrends.
Schatzwechsel vs Bubills: Gibt es einen Unterschied?
In Deutschland werden kurzlaufende Bundes-Schatzwechsel oft als Bubills bezeichnet; faktisch handelt es sich um dieselbe Gattung: kurzlaufende, diskontierte Staatspapiere des Bundes, emittiert über die Finanzagentur.
Schatzwechsel vs Bundesschatzbriefe: Was ist anders?
Bundesschatzbriefe waren länger laufende, zinszahlende Retail-Produkte und wurden eingestellt. Schatzwechsel sind professionelle Geldmarktinstrumente mit kurzer Laufzeit und ohne Kupon, primär für Liquiditätssteuerung.
Schatzwechsel vs Festgeld: Was ist sicherer und flexibler?
Festgeld ist eine Bankeinlage mit Einlagensicherung bis 100.000 Euro je Bank, aber bindet über die Laufzeit. Schatzwechsel sind Forderungen an den Staat mit sehr hoher Bonität, handelbar vor Fälligkeit, dafür kursabhängig.
Schatzwechsel vs Tagesgeld: Welche Unterschiede gibt es?
Tagesgeld ist täglich verfügbar mit variablem Zinssatz, jedoch ohne Laufzeitbindung. Schatzwechsel haben feste Laufzeit und Rendite bis Fälligkeit; Liquidität erfolgt über Verkauf am Markt statt täglicher Verfügbarkeit.
Schatzwechsel vs Geldmarktfonds/ETF: Was passt besser?
Einzelne Schatzwechsel bieten direkte Staatsbonität und feste Fälligkeit. Geldmarktfonds/ETF streuen über viele Geldmarktinstrumente, bieten tägliche Liquidität und Wiederanlage, haben aber Fondskosten und variable Ausschüttungen.
Schatzwechsel vs Commercial Paper: Wer hat die bessere Bonität?
Commercial Paper sind kurzfristige Unternehmenspapiere; Bonität variiert je nach Emittent. Schatzwechsel stammen vom Staat und weisen in der Regel eine höhere Kreditqualität und Krisenresistenz auf.
Schatzwechsel vs US T-Bills: Ist das dasselbe?
Konzeptionell gleich (kurzlaufende Zero-Coupon-Treasury Bills), aber unterschiedliche Währungen, Märkte und Steuerregeln. Für Euro-Anleger bergen US T-Bills ohne Währungshedge Wechselkursrisiko.
Schatzwechsel vs Certificates of Deposit (CDs): Wo liegen die Unterschiede?
CDs sind begebene Termineinlagen von Banken, oft mit fester Laufzeit und teils handelbar. Schatzwechsel sind staatliche Diskontpapiere; sie bieten typischerweise höhere Bonität und tiefere Marktliquidität, CDs können je nach Bank höhere Renditen aufweisen.
Schatzwechsel vs Pfandbriefe: Welche Risiken tragen Anleger?
Pfandbriefe sind besicherte Anleihen mit Kupon und meist längerer Laufzeit, daher höherer Duration. Schatzwechsel sind unbesicherte, aber staatliche Kurzläufer ohne Kupon mit geringerer Zinsrisikosensitivität.
Schatzwechsel vs Repo-Geschäfte: Was ist geeigneter für Cash-Parken?
Repos sind besicherte kurzfristige Kredite/Anlagen mit sehr kurzer Frist und operativer Komplexität. Schatzwechsel sind einfache Wertpapiere mit fixer Fälligkeit; für Privatanleger oft leichter zugänglich, Repos sind eher institutionell.
Schatzwechsel vs kurzfristige Unternehmensanleihen: Was beachten?
Kurzläufer von Unternehmen zahlen Kupon und tragen Emittentenrisiko. Schatzwechsel verzichten auf Kupon, liefern fixe Diskontrendite und typischerweise höhere Bonität; Renditen bei Unternehmenspapieren können dafür höher ausfallen.